Dein VPN ist verbunden. Die App zeigt grün. Trotzdem könnten deine DNS-Anfragen – also Anfragen nach Domainnamen wie „google.de" – noch immer über deinen Internetanbieter laufen, nicht über den VPN-Tunnel. Das nennt sich DNS-Leak. Google weiß dann nicht, wer du bist. Dein ISP schon.
Hier zeigen wir, wie du in unter zwei Minuten prüfst, ob dein VPN wirklich schützt – ohne App-Download, ohne Anmeldung.
Die drei Leak-Typen die du kennen musst
DNS-Leak: DNS-Anfragen (Domain → IP-Adresse) laufen am VPN-Tunnel vorbei. Dein ISP sieht, welche Webseiten du aufrufst – selbst wenn du dachtest, das VPN schützt dich. Ursache: Windows DNS-Resolver, der parallel zum VPN-eigenen DNS arbeitet.
IP-Leak: Deine echte IP-Adresse ist sichtbar, obwohl das VPN verbunden ist. Selten bei guten Anbietern, öfter bei VPN-Verbindungsabbrüchen ohne Kill Switch.
WebRTC-Leak: Browser nutzen WebRTC für Peer-to-Peer-Kommunikation (Video-Calls, Discord im Browser). WebRTC kann dabei deine lokale IP und manchmal die echte externe IP offenbaren – auch hinter einem VPN. Firefox lässt sich manuell deaktivieren; Chrome nur per Extension.
Schritt-für-Schritt: VPN-Sicherheitstest in 60 Sekunden
Schritt 1 – Ausgangswert ohne VPN feststellen
Besuche ipleak.net ohne aktives VPN.
Notiere oder merke dir deine echte IP-Adresse und den angezeigten DNS-Server (meist dein ISP: Telekom, Vodafone, o2).
Schritt 2 – VPN verbinden
VPN starten und warten bis die Verbindung grün zeigt. Dann die Seite neu laden.
Schritt 3 – Ergebnisse prüfen
Was du sehen willst:
- IP-Adresse: andere IP als vorher (VPN-Server-IP)
- Land: Serverstandort deines VPN, nicht dein echtes Land
- DNS-Server: Proton / NordVPN / PrivadoVPN – nicht Telekom oder Vodafone
- WebRTC: keine lokale IP-Adresse sichtbar
Schritt 4 – Spezifischer DNS-Leak-Test
Für einen detaillierteren Test: dnsleaktest.com → „Extended Test" anklicken.
Werden dort ausschließlich Server deines VPN-Anbieters angezeigt? Gut.
Taucht dort noch Telekom, Vodafone oder 1&1 auf? DNS-Leak vorhanden.
Schritt 5 – WebRTC separat testen
browserleaks.com/webrtc zeigt alle IP-Adressen, die dein Browser über WebRTC preisgibt.
Ein seriöser VPN sollte hier entweder keine IP zeigen oder ausschließlich die VPN-IP.
Was tun bei einem DNS-Leak?
Option 1 – VPN-eigene DNS-Server erzwingen (einfachste Lösung):
In den VPN-App-Einstellungen nach „DNS" oder „Custom DNS" suchen.
Proton DNS: 10.2.0.1 (automatisch im Tunnel).
Wenn die App das nicht selbst übernimmt: manuelle DNS-Einstellung im OS auf den VPN-DNS umstellen.
Option 2 – Kill Switch aktivieren:
Ein aktiver Kill Switch verhindert Traffic außerhalb des VPN-Tunnels.
Das löst DNS-Leaks, die durch kurze Verbindungsunterbrechungen entstehen.
Option 3 – Protokoll wechseln:
Auf einigen Netzwerken (besonders Unternehmens-WLANs) blockieren Firewalls WireGuard-Port 51820.
Das VPN fällt dann kurz zurück auf direkten Traffic. OpenVPN über Port 443 (HTTPS-Port)
ist schwerer zu blockieren und verursacht seltener Leaks.
WebRTC in Firefox deaktivieren:
In der Adresszeile about:config öffnen → media.peerconnection.enabled auf false setzen.
In Chrome: Extension „WebRTC Network Limiter" oder „uBlock Origin" mit WebRTC-Schutz nutzen.